Sichtweisen der Materialstruktur
Für die erste Aufgabe wird die Stückliste des Konstrukteurs herangezogen. Diese Lösung ist aber unvollständig. Der Konstrukteur denkt in Funktionen, z. B. Bremse, Regelung usw. Die Montage erfolgt aber nach fertigungstechnischen Gesichtspunkten. Das bedeutet eine Struktur, die sich zwar nicht unbedingt aber häufig erheblich von der funktionellen Struktur unterscheidet. Fertigungsbedingt sind dann die einzelnen Teile einer Funktionsgruppe zu unterschiedlichen Terminen, nämlich nach Montagegesichtspunkten, erforderlich. Solange die Zeit eine untergeordnete Rolle spielte, konnte man die Teile zu einem Termin disponieren, z. B. zum Gußtermin oder zum Fertigungstermin. Folgerichtig ist dieses auch die Methode, mit der die meisten PPS-Systeme konstruktive Gesichtspunkte und Montagegesichtspunkte abgrenzen. Damit werden aber die Durchlaufzeiten von Baugruppe zu Baugruppe nach den jeweiligen Engpässen bestimmt, obgleich dieses nicht erforderlich ist. Es ist ersichtlich, daß die funktionsorientierte Material-Stückliste für eine moderne Fertigung, die schnell am Markt reagieren soll, nicht sinnvoll ist.
Diese unterschiedlichen Sichtweisen sind in der Literatur auch unter den Begriffen Konstruktionsstückliste und Fertigungsstückliste bekannt.