Vorteile durch CAP-Systeme

 

Die augenscheinlichen Vorteile durch CAP-Systeme entstehen trotz des Aufwandes für die Pflege der Tabellen durch die Reduzierung des Aufwandes in der Arbeitsvorbereitung. Wie oben bereits erwähnt ist aber wichtig, daß dieser Pflegeaufwand permanent getrieben wird. Denn solche Daten veralten durch die Evolution in der Fertigung, und in der Fertigungstechnologie relativ schnell. Der Aufwand ist schwer abzuschätzen, weswegen auch in diesem Punkt eine Wirtschaftlichkeitsrechnung nicht im Voraus zu erstellen ist. Wichtiger ist der nächste Vorteil, nämlich im Anlagenbau oder in der Einzelfertigung die Reduzierung der Durchlaufzeit. Da der Arbeitsvorbereiter seinen Hauptaufwand in der Pflege der Tabellen und in der Vorbereitung für die Ermittlung von Arbeitsplänen hat, ist es möglich, durch kurze Eingaben schnell die Arbeitsplanung für den konkreten Auftrag durchzuführen. Damit sinkt auch die Durchlaufzeit für den einzelnen Kundenauftrag merkbar. Hier darf man nicht nur den eigentlichen Aufwand für die Erstellung des Arbeitsplanes betrachten. Die Unterlagen für die Arbeitsvorbereitung werden nach Abschluß der Konstruktion einer Funktionsgruppe im Stapel aus Zeichnungen und Stücklisten an die Arbeitsvorbereitung gegeben. Die Bearbeitung dieser Unterlagen benötigt dann eine erhebliche Durchlaufzeit, weil sie sequentiell für mehrere einzelne Teile vorgenommen wird. Dadurch baut sich eine Warteschlange auf, die von der Erstellungszeit der Unterlagen für die einzelnen Teile abhängig ist. Wird diese direkte Bearbeitungszeit durch ein CAP-System gesenkt, und das ist möglich, wirkt sich das auf die Durchlaufzeit des gesamten Auftrages signifikant aus.

Ein weiterer Vorteil ist durch die exakteren Vorgaben die höhere Lohnsicherheit. Dies bewirkt nicht nur daß die Angabezeiten kürzer sind, sondern auch das Vertrauen des Mitarbeiters, daß seine Vorgabezeiten sachlich korrekt sind und auf nachvollziehbaren Kriterien beruhen. Die wichtigere Auswirkung des CAP ist, daß die Vorgabewerte für die Steuerung, für die Maschinenbelegung und für die Durchlaufzeit von den Mitarbeitern gepflegt werden können, die am besten über diese Vorgänge informiert sind. Damit ist es möglich, ohne allzu großen Aufwand, auch in der Werkstattsteuerung bereits detallierte Informationen über die erforderlichen Ressourcen zu liefern und dem Meister bzw. Maschinenführer die Möglichkeit zu geben, die Produktion der von ihm zu erledigenden Aufträge schnell sicher einzuplanen. Sinnvoll ist dabei, die Arbeitspläne für beide Ebenen getrennt aufzubauen, wobei aber die aufsteigende Verträglichkeit gewahrt werden muß.

Bei konventionellen Verfahren unterbleibt - wie oben bereits erwähnt - diese Aktivität und die Werkstattsteuerung ist gezwungen mit ungenauen und nicht ausreichenden Unterlagen zu operieren und wird dadurch motiviert, sich auf eigene Kriterien und eigene Parameter zu beschränken. Die Alternative ist, alle Daten bereits im PPS zu verarbeiten, aber dann wird das PPS mit Daten und Einschränkungen überfrachtet. Das Ergebnis ist, daß nicht alle Möglichkeiten zur Durchlaufzeitreduzierung und zur optimalen Auslastung der Maschinen genutzt werden, weil häufig übersehen wird, daß bestimmte Ressourcen zum Zeitpunkt der Produktion vorhanden sein müssen. Die Folge sind verlängerte Maschinenrüstzeiten mit den dazugehörigen Stillständen und Wartezeiten für einzelne Arbeitsgänge.

Insgesamt ergibt sich, daß gerade in der Einzelfertigung und im Anlagenbau aber auch in der Serienfertigung durch die Reduzierung des Aufwandes in der Arbeitsvorbereitung und die höhere Lohnsicherheit sowie die exakteren Daten bei Einsatz eines CAP-Systems sinnvoll ist. Dies gilt besonders weil auch die Serienfertigung heute nicht mehr reine Serienfertigung ist. Durch die unterschiedlichen Kundenwünsche hat sie eine Vielzahl von Varianten zu produzieren und nähert sich immer mehr der Kundenauftragsfertigung.

  

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