Die aufgrund der Erfahrungen und der aktuellen Entwicklung entstandenen neuen Ansätze zu
den Industrieparks zielen einerseits auf eine Erhöhung der Produktivität und auf eine
Senkung der Kosten auf Seiten der Unternehmen, aber anderseits auch auf eine Verbesserung
der wirtschaftspolitischen Faktoren ab. Die neueren Entwicklungen auf diesem Gebiet
versuchen diese Tendenz aufzugreifen und weiter zu vertiefen.
Unter der Vernetzung versteht man den Aufbau von Netzwerken und
Kooperationen zwischen mehreren Industriepark, bzw. den alternativen Ansätzen zu den
Industrieparks, um zusätzliche Wertschöpfung zu ermöglichen. Solch eine Vernetzung kann
in zwei Arten unterteilt werden; eine regionale und eine internationale Vernetzung. Diese
beiden Alternativen bilden aber nur die Extreme eines Kontinuums, da theoretisch eine
Vielzahl von Kombinationen über die Ausrichtung und Größe solcher Netzwerke bestehen.
An Hand von zwei Beispielen, einem regionalen Netzwerk,
Last-Mile-Logistik, und einem international Netzwerk, it-parcs, soll erklärt werden in
wie Weit diese Vernetzung Vorteile für die betroffenen Unternehmen bringen. Erst werden
die Beispiel vorgestellt um später die relativen Vorteile zu diskutieren.
- Last Mile Logistik Netzwerk GmbH
Das Last Mile Logistik Netzwerk (LMLN) wurde von den Gemeinden
Gelsenkirchen, Herne und Herten gegründet. Es verfügt über 170 ha verteilt auf mehrere
Gelände, darunter einen Hafen, einen chemischen und mehrere klassische Industrieparks,
einen GVZ und mehrere Industrie- und Gewerbegebiete. Es verfügt über ausgezeichnete
Verkehrsinfrastruktur durch Anbindung an drei Autobahnen und an den Rhein-Herne-Kanal. Die
hervorragende Lage in Mitten des ermöglicht das Erreichen von über 9 Mio. Menschen
innerhalb von einer Autostunde.
Die Gemeinden erhoffen sich durch den Aufbau solch eines Netzwerks mehr
Unternehmen in diese Gegend zuziehen. Die spezifischen Vorteile für diese Unternehmen
lassen sich dadurch erklären, dass ein Betreiber eine Vielzahl von Dienstleistungen
anbietet und somit nur mit einem Ansprechpartner verhandelt werden muß.
Des weiteren kann dadurch ein ganzheitliches Konzept für alle Bereiche
der Produktion und der Logistik geschaffen werden, was die Bedürfnisse der Unternehmen
besser abdecken kann. Beispielsweise kann ein KMU alle Bedürfnisse, wie zum Beispiel die
Produktion und Distribution, in einer geographischen Gegend ansiedeln und muß nicht lange
Transportwege in Kauf nehmen um sich anderweitig niederzulassen. Das Gleich gilt auch für
größere Unternehmen.
Zusätzlich den bereits ansässigen Industrieunternehmen haben sich
bereits namhafte Logistikunternehmen, wie z. B. Aldi, Dachser, Lidl, UPS und Phoenix im
LMLN niedergelassen.
- it-parcs
it-parcs ist eine Joint Venture zwischen IVG und DeTe Immobilien,
die Immobilientochter der Deutschen Telekom. Das Netzwerk umspannt weltweit über 15
verschieden Industrieparks in 5 verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, USA und
Japan, und planmäßig sollen weiter 6 Parks in 4 neuen Ländern, darunter England,
Singapur und Frankreich, in den nächsten 5 Jahren eröffnet werden. Dies geschieht
parallel zur Einbindung von weiteren 50 100 bereits existierenden Parks im gleichen
Zeitraum. it-parcs haben sich auf die Technologiebranche spezialisiert.
Das Konzept der it-parcs läßt sich einfach darstellen. Von den
Eigentümern, bzw. Investoren engagiert, verwaltet it-parcs weltweit Industrieparks, bzw.
die Gebäude in den Industrieparks. Für die Eigentümer birgt das eine Vielzahl von
Vorteilen, da entweder ein erfahrener Betreiber das Management der Parks übernimmt oder
sie von erfahrenen Betreibern beraten werden. it-parcs versucht einen Markennamen auf dem
Gebiet der Industrieparks zu etablieren. Des weiteren ist resultierend von der Teilnahme
an it-parc die Mitgliedschaft an dem weltweiten Netzwerk gesichert, was potentiell die
Attraktivität des Parks für neue Mieter erhöht.
Das Konzept von it-parcs
Zusätzlich zu den klassischen Dienstleistungen eines
Industrieparkbetreibers, bietet it-parcs ein erweitertes Angebot, entweder aus eigener
Quelle oder durch Partnerunternehmen, das alle potentiellen Bedürfnisse des Mieters
abdecken an, wie z. B. von Facility Management und Marketing über Projekt Development zur
Finanzberatung und Venture Capital.
Aus logistischen Sicht bietet außer diesen Dienstleistungen das
bestehende globale Netzwerk, besonders für Großunternehmen ein großes Potential:
- Bei der internationalen Expansion werden die Transaktionskosten gesenkt, da auf einen
bewerten Partner vertraut werden kann. Dies gilt einerseits für die Suche des Standortes
und auch für das Angebot an Dienstleistungen.
- Auch bei kurzfristigen Kapazitätsproblemen oder Expansionsplänen helfen die it-parcs
weltweit durch die Bereitstellung von spekulativ gebauten Büro- und Lagerräumen zu
günstigeren Preisen was zu einer flexibleren Planung seitens der Unternehmen führt.
- Die direkte Vernetzung der Industrieparks erleichtert den weltweiten Informationsfluß
durch eine Reduktion der Schnittstellen.
Im Gegensatz hierzu stehen die Nachteile von der Teilnahme an solch
einem Netzwerk:
- Abhängigkeit von der Zuverlässigkeit des Betreibers das Netzwerk Instand zu halten.
- Das Netzwerk ist abhängig von einer gewissen Anzahl von Mietern, was im Fall von
Mieterausfällen zum Zusammenbruch führen könnte.
- Eco-Industrieparks
Neben einer vermuteten ethischen Verpflichtung, sind Unternehmen
zusätzlich durch eine weltweiten Trend zu einer ökologischer Denkweise gezwungen die
negativen Effekte ihrer Handlungen auf die Umwelt zu minimieren, wobei hier die
Abfallvermeidung und die Abfallverwertung, bzw. lagerung, also die
Entsorgungs-Logistik im Vordergrund stehen. Des weiteren zählen auch generelle Punkte wie
die Versorgungs-Logistik, z. B. durch einen ökologische Transport von Güter, dazu.
Das Konzept der Eco-Industrieparks (EIP) greift diesen Punkt auf, da es
eine Weiterentwicklung der klassischen Industrieparks mit dem Ziel neben einer
wirtschaftlichen auch eine umweltbewusste Gemeinschaft zu schaffen, ist.
"An eco-industrial park is a community of manufacturing and
service businesses seeking enhanced environmental and economic performance through
collaboration in managing environmental and resource issues including energy, water, and
materials. [...] The goal of an EIP is to improve economic performance of the
participating companies while minimising their environmental impact".
Die Aspekte eines EIP greifen ganzheitlich in den Aufbau und die
Struktur eines Industrieparks ein. Idealer Weise sollte das Konzepts bereits vor, bzw.
während der Planungsphase integriert werden.
"Imagine what a team of designers could come up with if they were
to start from scratch, locating and specifying industries and factories that had
potentially synergistic and symbiotic relationships."
Bei der Entscheidung welche Unternehmen sich in einem EIP niederlassen
soll, wird präzise ausgewählt in weit sie nicht nur wirtschaftliche
Geschäftsbeziehungen sondern auch einen ökologische Beziehungen aufbauen können. Der
Umfang dieser Zusammenarbeit soll weit über das staatlich festgelegte Niveau und
internationale Standards, z. B. ISO 14.000, für Umweltschutz gehen.
Neben einer effizienteren Anordnung der diversen Firmen in einem
Industriepark, was zu einer Minderung der Transportwege führt, zielt EIP vor allem auf
die Entsorgungs-Logistik, die direkt mit in den Park eingebunden wird. Das bedeutet, dass
z. B. Recyclinganlagen Vorort erbaut werden.
Aber ein EIP geht noch einen Schritt weiter, da das ultimative Ziel
eine Transformation des generierten Abfalls in ein Kuppelprodukt (byproduct) ist. Es muß
eine Symbiose zwischen den einzelnen Teilnehmer hergestellt werden so dass der Abfall
einer Firma zum Rohstoff der Anderen wird. Es ist verständlich, dass nicht das gesamte
Spektrum an Abfall konvertiert werden kann, aber eine Maximierung dieser Konversionsquote
stellt das unmittelbare Ziel dar. Welche Abfälle umgewandelt werden können werden in
einem späteren Beispiel näher gebracht.
Die Vorteile eines EIP sind für die nähere Umgebung, z. B. die
Gemeinde oder der Kreis, eindeutig, da zusätzlich zu einem attraktiven Standortfaktor,
was wiederum zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen kann etc., die negativen Effekte,
wie Verschmutzung und Abfall, bei Definition auf ein Minimum reduziert werden.
Auf Seiten der Unternehmen wiederum führt die Teilnahme an einem EIP
auch zu multiplen Vorteilen, die sich alle auf dem Fundament der Umweltschonung basieren.
Ein EIP integriert auch andere weiterverbreitete Produktionskonzepte
wie Lean Production, Kanban und Kaizen, die auf effizienterer Nutzung der Ressourcen
basiert sind. Diese effizientere Nutzung der Ressourcen durch moderne Produktionstechniken
zusätzlich zu der Absatzmöglichkeit der Abfälle, bzw. die Eliminierung der Kosten der
Abfallbeseitigung, stärken die Kosten, bzw. die Ertragsseite der Unternehmen.
An dieser Stelle ist jedoch aufzuführen, dass nicht alle modernen
Produktionsmethoden parallel zu einer effizienter Nutzung der Ressourcen führen auch
gleichzeitig umweltfreundlicher sind. Als Beispiel hierfür kann das Just in Time (JIT)
Konzept aufgeführt werden, da die "steigende Bedienfrequenzen mit zugleich sinkenden
und variablen Sendungsgrößen bei gleichzeitiger Abnahme der Regelmäßigkeit von
Transporten [...] die Gefahr steigender Umweltbelastungen durch das JIT Konzept"
beinhaltet.
Ein zweiter Vorteil ist die Reduktion der administrativen Kosten um die
staatlichen Umweltregelungen zu erfüllen, da man davon ausgehen kann, dass sie sowieso
bei einem EIP Konzept erreicht werden.
Neben den rein monetären Vorteilen kann mit einer Steigerung des
Ansehens des Unternehmens gerechnet werden, da wie die Financial Times es schreibt
"social responsibility currently fashionably" ist. Dies wiederum führt
potentiell zu einer Vielzahl von weiteren Vorteilen, die von einer Stärkung der
Marktposition über Mitarbeitermotivation bis zu einem gestiegenen Absatz reichen
könnten.
Um diese Vorteile zu realisieren müssen anfänglich einige Probleme
überwunden werden. Dieses Hürden sind unter anderem:
- Das Problem Investoren von einen unbekannten Konzept zu überzeugen;
- Komplexe Organisation des Transfers der Kuppelprodukte;
- Gefahr eines fluktuierendem Angebots der Kuppelprodukte;
- Vorsätzlicher Bruch der gesetzlichen Abfallregelung, da nicht normale Recycling Kanäle
benutzt werden;
- Abhängigkeit von anderen Firmen.
Der größte Teil der Probleme kann jedoch durch eine detaillierte
Planung überwunden werden.
Im folgenden Abschnitt soll an Hand eines Beispieles, dem Kalundborg
EIP (Dänemark), die Struktur eines EIP dargestellt werden. Hier werden auch einige
Abfälle erwähnt, die potentiell als Ressourcen wiederverwendeten werden können.
Kalundborg EIP (Dänemark)
In Kalundborg hat sich ein kompletter Industriepark um den
Anchor-Mieter, dem Kohlekraftwerk, angesiedelt. Ein Großteil aller vom Kraftwerk
verursachten Abfälle werden durch die umgebende Industrie aufgenommen, aber das Kraftwerk
selbst nimmt Abfalle von den umliegenden Firmen ab. Das wohl Interessanteste an diesem
weltweit ersten EIP jedoch ist, dass dieser Park nicht vom Anfang an geplant war.
"I was asked to speak on how you designed Kalundborg.
We didnt design the whole thing. It wasnt designed at all. It happened over
time."
Der Park entstand aus einer unsystematisch erstellten Reihe von
unkoordinierten Verträgen zwischen den einzelnen Firmen, was jedoch weltweit zum Beispiel
von einer Vielzahl von systematisch angelegten Parks wurde. Erstaunlicher Weise hat dieses
Konzept besonders in den Vereinigten Staaten auf Anklang getroffen, wo bereits einige
ähnliche EIP konstruiert wurden.
Virtuelle Industrieparks
Um das Konzept des virtuellen Industrieparks (VIP) vorzustellen,
soll vorher der Begriff des virtuellen Unternehmens (VU) erläutert werden, da diese
beiden Ansätze starke Ähnlichkeiten aufweisen.
In der Literatur ist eine Vielzahl von verschiedenen Definitionen von
VUs aufzufinden, wobei diese teilweise widersprüchlich sind Die folgende Definition
beinhaltet eine Widerspiegelung der geläufigen Begriffsbestimmung:
"The virtual corporation is a temporary network of independent
companies suppliers, customers, even erstwhile rivals linked by information
technology to share skills, costs, and access to on anothers markets. It will have
neither central office nor organisation chart. It will have no hierarchy, co vertical
integration. Instead proponents say, this new evolving model will be fluid and flexible
a group of collaborators that quickly unite to exploit a specific
opportunity."
In anderen Worten, in einem VU gruppieren sich eine Vielzahl von
verschiedenen Unternehmen ohne formelle Struktur zusammen um ihre Geschäftsinteressen zu
vertreten. Andere Autoren konkretisieren diese Begriffsbestimmung durch Erstellung von
Listen über die Definitionsmerkmalen, wie z. B. Kemmner et al.: 10 Merkmale und
Eigenschaften von VUs.
Diese Definition ermöglicht es uns jetzt zu analysieren in Weit dieses
Konzept auf Industrieparks übertragbar ist. Natürlich ist die genaue Ausmaß der
Übertragung abhängig von der Art des Industrieparks. Diesbezüglich kann der von Mertens
et al. eingeführte Begriff des Virtualitätsgrades benutzt werden.
Einige Beispiel von solchen Anwendungen im Bereich der Industrieparks
wurden bereits aufgeführt, wie z. B. die Schaffung von Lobbygruppen oder die Gründung
eines Joint Ventures. Diese beiden Beispiele widersprechen der oben genannten Definition
bezüglich erstens dem zeitliche und zweitens dem organisatorisch Faktor. Die in
Industrieparks aufzufindenden Kooperation sind nicht zeitlich begrenzt, da es sich i. d.
R. bei Standortfragen um sehr langfristige Projekte handelt. Des weiteren sind die
bisherig aufgeführten Beispiele an teils strikte, vertraglich geregelte Formen gebunden,
was der Flexibilität eines VUs widerspricht. Dem entgegenstellen läßt die Entwicklung
eines kollektiven Bewußtseins innerhalb eines Industrieparks als eine
primäres Beispiel für ein VU nennen. Des weiterem stellen EIP auch ein Beispiel von
einer virtuellen Kollaboration in einem Industrieparks dar, da hier aktiv nach
Kollaborationspartnern gesucht wird um die Produktion effizienter zu gestalten.
Unabhängig von diesen konkreten Beispielen, wird jetzt versucht anhand
der Definition des VU eine generelle Struktur eines VIPs herzuleiten, wobei die genaue
Zielsetzung seitens der Betreiber, eine Steigerung der Attraktivität des Industrieparks
durch Kooperationen, und seitens der Nutzer, bzw. Mieter die Möglichkeit von
Kooperationen mit anderen ansässigen Unternehmen, ist. Der letztere Punkt beinhaltet
diverse Vorteile für die Unternehmen, die durch die räumliche Nähe hervorgerufen
werden, nämlich erstens die reduzieren der Logistikkette oder die Reduktion der
Transaktionskosten. Der Aufbau dieser Geschäftsbeziehung liegt jedoch bei den Betreibern
des Industrieparks. Dies läßt sich dadurch erklären, dass Unternehmen, die potentiellen
Geschäftsbeziehungen nicht als einen wichtigen Entscheidungsfaktor sehen und eher auf
andere Standortfaktoren fokussiert sind, und es sich häufig um Niederlassung größerer
Unternehmen handelt, die solche Kooperationsentscheidungen eher auf einer höheren
Hierarchieebene treffen. Um die Möglichkeiten einer Umsetzung zu prüfen, muss man sich
auf die Betreiberseite konzentrieren und die verschiedenen Arten der Zusammenarbeit
analysieren um zu sehen welche Arten von Kooperation möglich sind, was natürlich auch
voraussetzt, dass die Unternehmen bereit sind solche Kooperationen einzugehen. Bei VU wird
auch versucht eine kohärente Struktur nach außen zu schaffen, das aber um solche eine
Kooperation zu schaffen eine Innere gegeben sein muß werden wir uns hier an erster Stelle
darauf konzentrieren.
.
Arten der Kooperation zwischen Firmen in einem Industriepark
Die Arten der Kooperation und Beispiele
sind in obiger Abbildung dargestellt. Es ist zu beachten, dass einige Kooperationsarten,
speziell im Bereich der Dienstleistungen und teilweise auch bei den Gütern, direkt vom
Betreiber des Parks erfüllt werden können, wobei bei großen Firmen diese auch intern
geregelt sein können
Um diese Kooperationen zu ermöglichen muß der Betreiber die geeignete
Infrastruktur bereitstellen. Dies kann, nur um ein paar Beispiele zu nennen, von
Kennlern-veranstaltungen über einen Park-Newsletter, bzw. Internetseite, bis zu aktiven
Zusammenführungen reichen
Nachdem das Konzept eines VUs auf einen Industriepark angewandt wurde,
stellt sich die fragen ob und in wie Weit das eigentliche Konzept noch besteht. Durch das
Eingreifen eines externen Betreibers in das Geschehen reduziert sich der
Virtualitätsgrad, da normalerweise von einem Zusammenschluß aus eigenem Interesse
ausgegangen wird. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass potentiell, das heißt wenn
eine richtige Mischung an Firmen anzutreffen ist, das zu Beginn durch den Betreiber
geführt VU, bzw. VIP sein Eigenleben entwickeln kann. Die gilt speziell für
die Ansiedlung von diversen Support-Dienstleistung, die wegen ihrer kleinen Größe sich
schneller an wechselnde Nachfrage anpassen können.
Auch die bereits angesprochenen Unstimmigkeiten mit der eigentlichen
Definition bezüglich der zeitlichen und organisatorischen Faktoren halten weiter stand.
Das Bestehen eines Betreibers kann auch als eine Verbesserung eines
klassischen VUs gesehen werden, da die Kernkompetenzen, der dort niedergelassen
Unternehmen, nicht im Bereich des Betreibens von Industrieparks liegt und diese Funktion
sozusagen an den Betreiber ougesourct wurden. Dies führt zu einer geänderten, bzw.
angepaßte Definition.
Trends
Alternative Ansätze und neuere Entwicklung zu Industrieparks
sollen die Situation der betroffenen Unternehmen verbessern. Dies ist der
natürliche Verlauf in einer Marktwirtschaft, wobei hier ein paar besondere
Trends hervorzuheben sind.
Durch eine stärkere Einbindung des logistischen Umfeld, einerseits
geographisch und anderseits in die Abläufe, wird eine effizientere Produktion
ermöglicht. Dies führt erstens zu Kostenreduktionen durch eine Minderung der Transport-
und Transaktionskosten durch unter andrem eine Reduktion der Transportzeiten. Zweitens,
ist eine bessere aber auch flexiblere Planung seitens der Unternehmen möglich. Diese
Entwicklungen sind besonders wichtig, da sie einen volkswirtschaftlichen Wachstumsimpuls
geben.
Bei diesem Trend, darf der gesamtwirtschaftliche Aspekt nicht vergessen
werden. Hierzu kann man das volkswirtschaftliche Konzept der Externen Effekte hinzuziehen.
Hier ist anzumerken, das sowohl positive als auch negative externe Effekte zu
Wohlfahrtsverlusten führen. Bei einem Betrachtung aus dieser Perspektive kann man
erkennen, dass einerseits die negativen Effekte, wie z. B. Verschmutzung und Benutzung der
Verkehrsmittel, abnehmen. Andererseits profitieren die Unternehmen, da andere Firmen zum
Beispiel für die produktiv Nutzung der Abfälle zahlen, was auch zu einer Reduktion der
positiven externen Effekte führt. Zu dem letzteren Punkt ist zusätzlich aufzuführen,
dass um ein gesamtwirtschaftliches Optimum zu erreichen müssen eine gewisse Menge an
Abfälle produziert werden muss, daher ist eine Produktive Nutzung der Abfälle ein
positiver Externer Effekt und nicht ein negativer Effekt.