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ISBN 978-3-446-41025-1

Neue Entwicklungen in Industrieparks
Ein Beitrag von Prof. Dr.-Ing. Rainer Kämpf, Peter Gyergyay, Simon Roggentin, Silvie van Steensel

Thema des Monats Mai 2003
Stand: 27.10.2008


Die aufgrund der Erfahrungen und der aktuellen Entwicklung entstandenen neuen Ansätze zu den Industrieparks zielen einerseits auf eine Erhöhung der Produktivität und auf eine Senkung der Kosten auf Seiten der Unternehmen, aber anderseits auch auf eine Verbesserung der wirtschaftspolitischen Faktoren ab. Die neueren Entwicklungen auf diesem Gebiet versuchen diese Tendenz aufzugreifen und weiter zu vertiefen.

  • Vernetzung

Unter der Vernetzung versteht man den Aufbau von Netzwerken und Kooperationen zwischen mehreren Industriepark, bzw. den alternativen Ansätzen zu den Industrieparks, um zusätzliche Wertschöpfung zu ermöglichen. Solch eine Vernetzung kann in zwei Arten unterteilt werden; eine regionale und eine internationale Vernetzung. Diese beiden Alternativen bilden aber nur die Extreme eines Kontinuums, da theoretisch eine Vielzahl von Kombinationen über die Ausrichtung und Größe solcher Netzwerke bestehen.

An Hand von zwei Beispielen, einem regionalen Netzwerk, Last-Mile-Logistik, und einem international Netzwerk, it-parcs, soll erklärt werden in wie Weit diese Vernetzung Vorteile für die betroffenen Unternehmen bringen. Erst werden die Beispiel vorgestellt um später die relativen Vorteile zu diskutieren.

  1. Last Mile Logistik Netzwerk GmbH
  2. Das Last Mile Logistik Netzwerk (LMLN) wurde von den Gemeinden Gelsenkirchen, Herne und Herten gegründet. Es verfügt über 170 ha verteilt auf mehrere Gelände, darunter einen Hafen, einen chemischen und mehrere klassische Industrieparks, einen GVZ und mehrere Industrie- und Gewerbegebiete. Es verfügt über ausgezeichnete Verkehrsinfrastruktur durch Anbindung an drei Autobahnen und an den Rhein-Herne-Kanal. Die hervorragende Lage in Mitten des ermöglicht das Erreichen von über 9 Mio. Menschen innerhalb von einer Autostunde.

    Die Gemeinden erhoffen sich durch den Aufbau solch eines Netzwerks mehr Unternehmen in diese Gegend zuziehen. Die spezifischen Vorteile für diese Unternehmen lassen sich dadurch erklären, dass ein Betreiber eine Vielzahl von Dienstleistungen anbietet und somit nur mit einem Ansprechpartner verhandelt werden muß.

    Des weiteren kann dadurch ein ganzheitliches Konzept für alle Bereiche der Produktion und der Logistik geschaffen werden, was die Bedürfnisse der Unternehmen besser abdecken kann. Beispielsweise kann ein KMU alle Bedürfnisse, wie zum Beispiel die Produktion und Distribution, in einer geographischen Gegend ansiedeln und muß nicht lange Transportwege in Kauf nehmen um sich anderweitig niederzulassen. Das Gleich gilt auch für größere Unternehmen.

    Zusätzlich den bereits ansässigen Industrieunternehmen haben sich bereits namhafte Logistikunternehmen, wie z. B. Aldi, Dachser, Lidl, UPS und Phoenix im LMLN niedergelassen.

  3. it-parcs

it-parcs ist eine Joint Venture zwischen IVG und DeTe Immobilien, die Immobilientochter der Deutschen Telekom. Das Netzwerk umspannt weltweit über 15 verschieden Industrieparks in 5 verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, USA und Japan, und planmäßig sollen weiter 6 Parks in 4 neuen Ländern, darunter England, Singapur und Frankreich, in den nächsten 5 Jahren eröffnet werden. Dies geschieht parallel zur Einbindung von weiteren 50 – 100 bereits existierenden Parks im gleichen Zeitraum. it-parcs haben sich auf die Technologiebranche spezialisiert.

Das Konzept der it-parcs läßt sich einfach darstellen. Von den Eigentümern, bzw. Investoren engagiert, verwaltet it-parcs weltweit Industrieparks, bzw. die Gebäude in den Industrieparks. Für die Eigentümer birgt das eine Vielzahl von Vorteilen, da entweder ein erfahrener Betreiber das Management der Parks übernimmt oder sie von erfahrenen Betreibern beraten werden. it-parcs versucht einen Markennamen auf dem Gebiet der Industrieparks zu etablieren. Des weiteren ist resultierend von der Teilnahme an it-parc die Mitgliedschaft an dem weltweiten Netzwerk gesichert, was potentiell die Attraktivität des Parks für neue Mieter erhöht.

Das Konzept von it-parcs

 

 

Zusätzlich zu den klassischen Dienstleistungen eines Industrieparkbetreibers, bietet it-parcs ein erweitertes Angebot, entweder aus eigener Quelle oder durch Partnerunternehmen, das alle potentiellen Bedürfnisse des Mieters abdecken an, wie z. B. von Facility Management und Marketing über Projekt Development zur Finanzberatung und Venture Capital.

Aus logistischen Sicht bietet außer diesen Dienstleistungen das bestehende globale Netzwerk, besonders für Großunternehmen ein großes Potential:

  • Bei der internationalen Expansion werden die Transaktionskosten gesenkt, da auf einen bewerten Partner vertraut werden kann. Dies gilt einerseits für die Suche des Standortes und auch für das Angebot an Dienstleistungen.
  • Auch bei kurzfristigen Kapazitätsproblemen oder Expansionsplänen helfen die it-parcs weltweit durch die Bereitstellung von spekulativ gebauten Büro- und Lagerräumen zu günstigeren Preisen was zu einer flexibleren Planung seitens der Unternehmen führt.
  • Die direkte Vernetzung der Industrieparks erleichtert den weltweiten Informationsfluß durch eine Reduktion der Schnittstellen.

Im Gegensatz hierzu stehen die Nachteile von der Teilnahme an solch einem Netzwerk:

  • Abhängigkeit von der Zuverlässigkeit des Betreibers das Netzwerk Instand zu halten.
  • Das Netzwerk ist abhängig von einer gewissen Anzahl von Mietern, was im Fall von Mieterausfällen zum Zusammenbruch führen könnte.
  • Eco-Industrieparks

Neben einer vermuteten ethischen Verpflichtung, sind Unternehmen zusätzlich durch eine weltweiten Trend zu einer ökologischer Denkweise gezwungen die negativen Effekte ihrer Handlungen auf die Umwelt zu minimieren, wobei hier die Abfallvermeidung und die Abfallverwertung, bzw. –lagerung, also die Entsorgungs-Logistik im Vordergrund stehen. Des weiteren zählen auch generelle Punkte wie die Versorgungs-Logistik, z. B. durch einen ökologische Transport von Güter, dazu.

Das Konzept der Eco-Industrieparks (EIP) greift diesen Punkt auf, da es eine Weiterentwicklung der klassischen Industrieparks mit dem Ziel neben einer wirtschaftlichen auch eine umweltbewusste Gemeinschaft zu schaffen, ist.

"An eco-industrial park is a community of manufacturing and service businesses seeking enhanced environmental and economic performance through collaboration in managing environmental and resource issues including energy, water, and materials. [...] The goal of an EIP is to improve economic performance of the participating companies while minimising their environmental impact".

Die Aspekte eines EIP greifen ganzheitlich in den Aufbau und die Struktur eines Industrieparks ein. Idealer Weise sollte das Konzepts bereits vor, bzw. während der Planungsphase integriert werden.

"Imagine what a team of designers could come up with if they were to start from scratch, locating and specifying industries and factories that had potentially synergistic and symbiotic relationships."

Bei der Entscheidung welche Unternehmen sich in einem EIP niederlassen soll, wird präzise ausgewählt in weit sie nicht nur wirtschaftliche Geschäftsbeziehungen sondern auch einen ökologische Beziehungen aufbauen können. Der Umfang dieser Zusammenarbeit soll weit über das staatlich festgelegte Niveau und internationale Standards, z. B. ISO 14.000, für Umweltschutz gehen.

Neben einer effizienteren Anordnung der diversen Firmen in einem Industriepark, was zu einer Minderung der Transportwege führt, zielt EIP vor allem auf die Entsorgungs-Logistik, die direkt mit in den Park eingebunden wird. Das bedeutet, dass z. B. Recyclinganlagen Vorort erbaut werden.

Aber ein EIP geht noch einen Schritt weiter, da das ultimative Ziel eine Transformation des generierten Abfalls in ein Kuppelprodukt (byproduct) ist. Es muß eine Symbiose zwischen den einzelnen Teilnehmer hergestellt werden so dass der Abfall einer Firma zum Rohstoff der Anderen wird. Es ist verständlich, dass nicht das gesamte Spektrum an Abfall konvertiert werden kann, aber eine Maximierung dieser Konversionsquote stellt das unmittelbare Ziel dar. Welche Abfälle umgewandelt werden können werden in einem späteren Beispiel näher gebracht.

Die Vorteile eines EIP sind für die nähere Umgebung, z. B. die Gemeinde oder der Kreis, eindeutig, da zusätzlich zu einem attraktiven Standortfaktor, was wiederum zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitragen kann etc., die negativen Effekte, wie Verschmutzung und Abfall, bei Definition auf ein Minimum reduziert werden.

Auf Seiten der Unternehmen wiederum führt die Teilnahme an einem EIP auch zu multiplen Vorteilen, die sich alle auf dem Fundament der Umweltschonung basieren.

Ein EIP integriert auch andere weiterverbreitete Produktionskonzepte wie Lean Production, Kanban und Kaizen, die auf effizienterer Nutzung der Ressourcen basiert sind. Diese effizientere Nutzung der Ressourcen durch moderne Produktionstechniken zusätzlich zu der Absatzmöglichkeit der Abfälle, bzw. die Eliminierung der Kosten der Abfallbeseitigung, stärken die Kosten, bzw. die Ertragsseite der Unternehmen.

An dieser Stelle ist jedoch aufzuführen, dass nicht alle modernen Produktionsmethoden parallel zu einer effizienter Nutzung der Ressourcen führen auch gleichzeitig umweltfreundlicher sind. Als Beispiel hierfür kann das Just in Time (JIT) Konzept aufgeführt werden, da die "steigende Bedienfrequenzen mit zugleich sinkenden und variablen Sendungsgrößen bei gleichzeitiger Abnahme der Regelmäßigkeit von Transporten [...] die Gefahr steigender Umweltbelastungen durch das JIT Konzept" beinhaltet.

Ein zweiter Vorteil ist die Reduktion der administrativen Kosten um die staatlichen Umweltregelungen zu erfüllen, da man davon ausgehen kann, dass sie sowieso bei einem EIP Konzept erreicht werden.

Neben den rein monetären Vorteilen kann mit einer Steigerung des Ansehens des Unternehmens gerechnet werden, da wie die Financial Times es schreibt "social responsibility currently fashionably" ist. Dies wiederum führt potentiell zu einer Vielzahl von weiteren Vorteilen, die von einer Stärkung der Marktposition über Mitarbeitermotivation bis zu einem gestiegenen Absatz reichen könnten.

Um diese Vorteile zu realisieren müssen anfänglich einige Probleme überwunden werden. Dieses Hürden sind unter anderem:

  • Das Problem Investoren von einen unbekannten Konzept zu überzeugen;
  • Komplexe Organisation des Transfers der Kuppelprodukte;
  • Gefahr eines fluktuierendem Angebots der Kuppelprodukte;
  • Vorsätzlicher Bruch der gesetzlichen Abfallregelung, da nicht normale Recycling Kanäle benutzt werden;
  • Abhängigkeit von anderen Firmen.

Der größte Teil der Probleme kann jedoch durch eine detaillierte Planung überwunden werden.

Im folgenden Abschnitt soll an Hand eines Beispieles, dem Kalundborg EIP (Dänemark), die Struktur eines EIP dargestellt werden. Hier werden auch einige Abfälle erwähnt, die potentiell als Ressourcen wiederverwendeten werden können.

Kalundborg EIP (Dänemark)

In Kalundborg hat sich ein kompletter Industriepark um den Anchor-Mieter, dem Kohlekraftwerk, angesiedelt. Ein Großteil aller vom Kraftwerk verursachten Abfälle werden durch die umgebende Industrie aufgenommen, aber das Kraftwerk selbst nimmt Abfalle von den umliegenden Firmen ab. Das wohl Interessanteste an diesem weltweit ersten EIP jedoch ist, dass dieser Park nicht vom Anfang an geplant war.

"I was asked to speak on ‘how you designed Kalundborg.‘ We didn’t design the whole thing. It wasn’t designed at all. It happened over time."

Der Park entstand aus einer unsystematisch erstellten Reihe von unkoordinierten Verträgen zwischen den einzelnen Firmen, was jedoch weltweit zum Beispiel von einer Vielzahl von systematisch angelegten Parks wurde. Erstaunlicher Weise hat dieses Konzept besonders in den Vereinigten Staaten auf Anklang getroffen, wo bereits einige ähnliche EIP konstruiert wurden.

 

Virtuelle Industrieparks

Um das Konzept des virtuellen Industrieparks (VIP) vorzustellen, soll vorher der Begriff des virtuellen Unternehmens (VU) erläutert werden, da diese beiden Ansätze starke Ähnlichkeiten aufweisen.

In der Literatur ist eine Vielzahl von verschiedenen Definitionen von VUs aufzufinden, wobei diese teilweise widersprüchlich sind Die folgende Definition beinhaltet eine Widerspiegelung der geläufigen Begriffsbestimmung:

"The virtual corporation is a temporary network of independent companies – suppliers, customers, even erstwhile rivals – linked by information technology to share skills, costs, and access to on another’s markets. It will have neither central office nor organisation chart. It will have no hierarchy, co vertical integration. Instead proponents say, this new evolving model will be fluid and flexible – a group of collaborators that quickly unite to exploit a specific opportunity."

In anderen Worten, in einem VU gruppieren sich eine Vielzahl von verschiedenen Unternehmen ohne formelle Struktur zusammen um ihre Geschäftsinteressen zu vertreten. Andere Autoren konkretisieren diese Begriffsbestimmung durch Erstellung von Listen über die Definitionsmerkmalen, wie z. B. Kemmner et al.: 10 Merkmale und Eigenschaften von VUs.

Diese Definition ermöglicht es uns jetzt zu analysieren in Weit dieses Konzept auf Industrieparks übertragbar ist. Natürlich ist die genaue Ausmaß der Übertragung abhängig von der Art des Industrieparks. Diesbezüglich kann der von Mertens et al. eingeführte Begriff des ‚Virtualitätsgrades‘ benutzt werden.

Einige Beispiel von solchen Anwendungen im Bereich der Industrieparks wurden bereits aufgeführt, wie z. B. die Schaffung von Lobbygruppen oder die Gründung eines Joint Ventures. Diese beiden Beispiele widersprechen der oben genannten Definition bezüglich erstens dem zeitliche und zweitens dem organisatorisch Faktor. Die in Industrieparks aufzufindenden Kooperation sind nicht zeitlich begrenzt, da es sich i. d. R. bei Standortfragen um sehr langfristige Projekte handelt. Des weiteren sind die bisherig aufgeführten Beispiele an teils strikte, vertraglich geregelte Formen gebunden, was der Flexibilität eines VUs widerspricht. Dem entgegenstellen läßt die Entwicklung eines ‚kollektiven Bewußtseins‘ innerhalb eines Industrieparks als eine primäres Beispiel für ein VU nennen. Des weiterem stellen EIP auch ein Beispiel von einer virtuellen Kollaboration in einem Industrieparks dar, da hier aktiv nach Kollaborationspartnern gesucht wird um die Produktion effizienter zu gestalten.

Unabhängig von diesen konkreten Beispielen, wird jetzt versucht anhand der Definition des VU eine generelle Struktur eines VIPs herzuleiten, wobei die genaue Zielsetzung seitens der Betreiber, eine Steigerung der Attraktivität des Industrieparks durch Kooperationen, und seitens der Nutzer, bzw. Mieter die Möglichkeit von Kooperationen mit anderen ansässigen Unternehmen, ist. Der letztere Punkt beinhaltet diverse Vorteile für die Unternehmen, die durch die räumliche Nähe hervorgerufen werden, nämlich erstens die reduzieren der Logistikkette oder die Reduktion der Transaktionskosten. Der Aufbau dieser Geschäftsbeziehung liegt jedoch bei den Betreibern des Industrieparks. Dies läßt sich dadurch erklären, dass Unternehmen, die potentiellen Geschäftsbeziehungen nicht als einen wichtigen Entscheidungsfaktor sehen und eher auf andere Standortfaktoren fokussiert sind, und es sich häufig um Niederlassung größerer Unternehmen handelt, die solche Kooperationsentscheidungen eher auf einer höheren Hierarchieebene treffen. Um die Möglichkeiten einer Umsetzung zu prüfen, muss man sich auf die Betreiberseite konzentrieren und die verschiedenen Arten der Zusammenarbeit analysieren um zu sehen welche Arten von Kooperation möglich sind, was natürlich auch voraussetzt, dass die Unternehmen bereit sind solche Kooperationen einzugehen. Bei VU wird auch versucht eine kohärente Struktur nach außen zu schaffen, das aber um solche eine Kooperation zu schaffen eine Innere gegeben sein muß werden wir uns hier an erster Stelle darauf konzentrieren.

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Arten der Kooperation zwischen Firmen in einem Industriepark

Branche
 

Andere

Gleiche/Ähnliche

Dienst-leistungen

Berater/Support

z. B. Consulting-Firma, Ärzte, Softwareunternehmen, Buchhaltung, Frisör, Post, Sekrätersservice, Sport und Fitness, Restaurants, Post, Facility Management, Konferenzräume, Übersetzer usw.

Berater/Partnerschaft

z. B. Marketing, Lobbying, Beratung, Knowledge-Management, usw.

Güter

Lieferant/Abnehmer

z. B. Büromaterial, Supermarkt, Rohstoffe, Teilprodukte, usw.

Partnerschaft

z. B. Einkaufs- und Verkaufs-gemeinschaft

Die Arten der Kooperation und Beispiele sind in obiger Abbildung dargestellt. Es ist zu beachten, dass einige Kooperationsarten, speziell im Bereich der Dienstleistungen und teilweise auch bei den Gütern, direkt vom Betreiber des Parks erfüllt werden können, wobei bei großen Firmen diese auch intern geregelt sein können

Um diese Kooperationen zu ermöglichen muß der Betreiber die geeignete Infrastruktur bereitstellen. Dies kann, nur um ein paar Beispiele zu nennen, von Kennlern-veranstaltungen über einen Park-Newsletter, bzw. Internetseite, bis zu aktiven Zusammenführungen reichen

Nachdem das Konzept eines VUs auf einen Industriepark angewandt wurde, stellt sich die fragen ob und in wie Weit das eigentliche Konzept noch besteht. Durch das Eingreifen eines externen Betreibers in das Geschehen reduziert sich der Virtualitätsgrad, da normalerweise von einem Zusammenschluß aus eigenem Interesse ausgegangen wird. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass potentiell, das heißt wenn eine richtige Mischung an Firmen anzutreffen ist, das zu Beginn durch den Betreiber geführt VU, bzw. VIP sein ‚Eigenleben‘ entwickeln kann. Die gilt speziell für die Ansiedlung von diversen Support-Dienstleistung, die wegen ihrer kleinen Größe sich schneller an wechselnde Nachfrage anpassen können.

Auch die bereits angesprochenen Unstimmigkeiten mit der eigentlichen Definition bezüglich der zeitlichen und organisatorischen Faktoren halten weiter stand.

Das Bestehen eines Betreibers kann auch als eine Verbesserung eines klassischen VUs gesehen werden, da die Kernkompetenzen, der dort niedergelassen Unternehmen, nicht im Bereich des Betreibens von Industrieparks liegt und diese Funktion sozusagen an den Betreiber ougesourct wurden. Dies führt zu einer geänderten, bzw. angepaßte Definition.

Trends

Alternative Ansätze und neuere Entwicklung zu Industrieparks sollen die Situation der betroffenen Unternehmen verbessern. Dies ist der ‚natürliche‘ Verlauf in einer Marktwirtschaft, wobei hier ein paar besondere Trends hervorzuheben sind.

Durch eine stärkere Einbindung des logistischen Umfeld, einerseits geographisch und anderseits in die Abläufe, wird eine effizientere Produktion ermöglicht. Dies führt erstens zu Kostenreduktionen durch eine Minderung der Transport- und Transaktionskosten durch unter andrem eine Reduktion der Transportzeiten. Zweitens, ist eine bessere aber auch flexiblere Planung seitens der Unternehmen möglich. Diese Entwicklungen sind besonders wichtig, da sie einen volkswirtschaftlichen Wachstumsimpuls geben.

Bei diesem Trend, darf der gesamtwirtschaftliche Aspekt nicht vergessen werden. Hierzu kann man das volkswirtschaftliche Konzept der Externen Effekte hinzuziehen. Hier ist anzumerken, das sowohl positive als auch negative externe Effekte zu Wohlfahrtsverlusten führen. Bei einem Betrachtung aus dieser Perspektive kann man erkennen, dass einerseits die negativen Effekte, wie z. B. Verschmutzung und Benutzung der Verkehrsmittel, abnehmen. Andererseits profitieren die Unternehmen, da andere Firmen zum Beispiel für die produktiv Nutzung der Abfälle zahlen, was auch zu einer Reduktion der positiven externen Effekte führt. Zu dem letzteren Punkt ist zusätzlich aufzuführen, dass um ein gesamtwirtschaftliches Optimum zu erreichen müssen eine gewisse Menge an Abfälle produziert werden muss, daher ist eine Produktive Nutzung der Abfälle ein positiver Externer Effekt und nicht ein negativer Effekt.