In einer Broschüre des Phillipskonzerns aus dem Jahre
1993 wird das Problem der funktionalen Organisation gemäß dem vorhergehenden Kapitel auf
den Punkt gebracht:
"Customers expect ever higher quality AND
ever faster response AND ever lower costs AND ever better service AND ever higher
flexibility. The functional organisation is designed to offer customers ONE of these
rather than ALL. There is a competitive edge to be gained by the organisation that does
all things better and achieves the best all the time, every time."5
Um dies zu erreichen kamen viele neue
Management- und Verbesserungsmethoden auf. Dabei ist das wohl radikalste Werkzeug ein
völliger Neuaufbau der Strukturen, ausgerichtet an den heutigen Bedürfnissen. Eine
totale Abkehr von der traditionellen funktionellen Struktur, und die Schaffung einer
prozeßorientierten Organisation. Dabei werden alle Tätigkeiten die an den Kunden
gerichtet sind nicht mehr als Zusammenspiel von Abteilungen gesehen, sondern als
Geschäftsprozeß. Dies bedeutet eine völlige Abkehr von Smith und Taylor.
Dazu heißt es weiter bei PHILIPS:
"What is needed is an organisational formula
that helps to increase the customer perception of value. Process Management offers this.
At the same time it allows the company to become more successfull by eliminating waste
inherent to the functional organisation."
Verfechter des Process Managements sind auch der
Unternehmensberater Dr. Michael Hammer, Präsident von Hammer and Company, Inc., und der
Chairman von CSC Index, Inc., James Champy. Sie begründeten Anfang der 90er Jahre den
Begriff "Business Reengineering", und zeigten damit einen Weg hin zur
"prozeßorientierten Organisation". Sie vertreten in ihrem Buch zu diesem Thema
die These:
"Zweihundert Jahre lang folgten die Menschen
bei der Gründung und beim Aufbau von Unternehmen der brillanten Entdeckung von Adam
Smith, daß industrielle Arbeit in ihre einfachsten und grundlegendsten Aufgaben zerlegt
werden sollte. Im postindustriellen Zeitalter, an dessen Schwelle wir uns heute befinden,
wird hinter der Gründung und Gestaltung von Unternehmen der Gedanke stehen, diese
Aufgaben wieder zu kohärenten Unternehmensprozessen zusammenzuführen"
2.1 Prozeß und Work-Flow
Bevor wir zur prozeßorientierten Organisation
kommen, sollten an dieser Stelle erst einmal die Begriffe Prozeß und Unternehmens- oder
Geschäftsprozeß definiert werden, die hier schon oft gefallen sind, deren genaue
Bedeutung aber noch wage offen blieb.
Hier ist eine Reihe von Definitionen:
Ein Prozeß ist die "Folge logisch
zusammenhängender Aktivitäten zur Erstellung einer
Leistung oder Veränderung eines Objektes
(Transformation). Ein Prozeß hat einen definierten
Anfang (Auslöser, Input) und ein definiertes Ende
(Ergebnis, Wert, Output). Innerhalb eines
Prozesses ist das Hauptziel ein Wertzuwachs bzw.
eine Wertschöpfung, die vorab als Ziel zu
definieren ist."
"Ein Prozeß ist eine Gesamtheit von
aufeinander einwirkenden Vorgängen in einem System, durch die Materie, Energie oder
Information umgeformt, transportiert oder gespeichert wird."
"In der Übertragung des Prozeßgedankens auf
betriebliche Abläufe wird von Geschäftsprozessen gesprochen. Um die Ziel- und
Leistungsorientierung hervorzuheben, bezeichnet als Geschäftsprozeß das Zusammenwirken
von Menschen, Material, Information und Verfahren, das darauf ausgerichtet ist, eine
bestimmte Dienstleistung zu erbringen oder ein bestimmtes Endprodukt zu erzeugen."
"Ein Geschäftsprozeß ist eine Folge von
Aktivitäten, die erforderlich sind, um ein bestimmtes Geschäftsziel des Unternehmens
durch Umformung, Transport oder Speicherung von Materie, Energie oder Information zu
erreichen."
Wir definieren einen Unternehmensprozeß als
Bündel von Aktivitäten, für das einen oder mehrere unterschiedliche Inputs benötigt
werden und das für den Kunden ein Ergebnis von Wert erzeugt.
Konkrete Beispiele für Unternehmensprozesse sind
unter anderem Auftragsabwicklung, Entwicklungsprozeß, Fertigungsprozeß, oder
Informationsverarbeitungsprozeß. Eine genaue Vorgabe für Prozesse im Unternehmen gibt es
nicht. Jedes Unternehmen muß die Prozesse definieren, wie sie für sich am sinnvollsten
erscheinen. So wäre es mit Blick auf die oben genannten Beispiele auch durchaus denkbar,
die Fertigung als Unterprozeß der Auftragsabwicklung zu sehen.
Ziel eines übergeordneten
Geschäftsprozeßmanagements (Process Management) ist es immer:
- die Durchlaufzeiten zu verkürzen
- die Kosten zu senken
- die Qualität der Prozeßergebnisse zu verbessern
- die Orientierung am Kunden verbessern
2.2 Business Reengineering
Der Begründer des Begriffes "Business
Reengineering" oder auch "Business Redesign", Dr. Michael Hammer, entdeckte
dieses Phänomen in seiner Tätigkeit als Unternehmensberater. Er betrachtete schlicht
diejenigen Unternehmen, die es nach einer Unternehmenskrise am erfolgreichsten geschafft
haben wieder den Anschluß an die Spitze zu finden. Dabei stellte er fest, daß es
überall die gleichen radikalen Ansätze waren, die schließlich zum Erfolg führten. Und
überall kam man von der funktionalen Organisation ab, um zur prozessorientierten
Organisation überzugehen.
Die beobachteten Ansätze, Denk- und Vorgehensweisen
faßte Hammer nach sorgfältiger Analyse zusammen, und schuf damit ein gewaltiges
Instrument zur Strukturoptimierung im bzw. von Unternehmen.
Michael Hammer und James Champy, die zusammen das
erste Buch über dieses Thema schrieben, definieren Business Reengineering selbst
folgendermaßen:
"Business Reengineering ist fundamentales
Überdenken und radikales Redesign von Unternehmen oder wesentlichen
Unternehmensprozessen. Das Resultat sind Verbesserungen
um Größenordnungen in entscheidenden, heute
wichtigen und meßbaren Leistungsgrößen in den Bereichen Kosten, Qualität, Service und
Zeit."
Dabei sind die folgenden vier Begriffe von
herausragender Bedeutung:
- fundamental,
- radikal, und
- Unternehmensprozesse.
Beim Business Reengineering gilt es die
fundamentalsten Fragen zu stellen. Der Grundgedanke ist die Suche nach der zeitgemäßen
Organisation. Dabei steht die Frage im Vordergrund:
"wie würde man heute, ausgehend von den
aktuellen Marktanforderungen und dem aktuellen Stand der Technik ein Unternehmen
organisieren?"
Daher auch das Wort "radikal". Es geht
nicht darum, an Bestehendem Verbesserungen vorzunehmen, und dabei nur oberflächlich an
den Symptomen zu kurieren. Er geht darum, den Dingen auf den Grund zu gehen, es geht
darum, eine Trennlinie zu ziehen, alles Alte zu verwerfen, und völlig neue Wege zu
entwickeln. Es geht also um Neugestaltung sowohl in der Ablauforganisation, als
auch in der Aufbauorganisation. Der "way to do business" muß völlig überdacht
und umgekrempelt werden. Deshalb muß man sich in der Denkweise des Business Redesign
völlig von der Vergangenheit und den bestehenden Abläufe lösen.
Die alte Maxime "process follows
structure" wird durch die neue Maxime "structure follows process" ersetzt.
Das Unternehmen soll also nicht mehr vertikal, sondern horizontal ausgerichtet werden.
Spätestens hier wird offensichtlich in welchem Maße Veränderungen herbeigeführt werden
sollen.
Deshalb ist Business Reengineering als eine sehr
starke Waffe anzusehen, die zunächst eine große destabilisierende Wirkung zeigt. Es ist
ein Werkzeug mit dem man nicht feinsteuern kann - was auch gar nicht erwünscht ist. Man
kann jedoch durch einen großen Kahlschlag, durch Zerstörung des Alten und Aufbau von
etwas Neuem eine Verbesserung um Größenordnungen erreichen.
Daher ist vom Business Reengineering abzuraten, wenn
es ausreicht, bzw. nur Ziel ist, durch kleine Effektivitätsverbesserungen den Anschluß
an die Konkurrenz zu halten, oder den Vorsprung leicht zu vergrößern. Man würde sonst
Gefahr laufen mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, und dabei weniger die Spatzen sondern
vielmehr das Unternehmen zu treffen. Aus der sogenannten Zehn-Prozent-Klemme (d.h.
das Unternehmen liegt 10% hinter seiner Zielvorgabe) kann sich ein Unternehmen auch durch
konventionelle Maßnahmen befreien.
Das Business Reengineering ist die Implementierung
von prozeßorientiertem Denken und prozeßorientierten Strukturen.
Dabei sollen die bisherigen Probleme durch
abteilungsübergreifende Zusammenarbeit minimiert werden, indem durchgängige Prozesse
ohne (oder mit minimalen) Schnittstellen vom Lieferanten bis zum Kunden gestattet werden,
und ein Prozeßverantwortlicher bestimmt wird. Dabei wird der Focus auf den Kunden
gerichtet. Kunde und Lieferant können hierbei auch unternehmensinterne Kunden sein. Man
spricht dann auch von "Prozeßlieferanten" und "Prozeßkunden".
2.2.1 Definition der Unternehmensprozesse
Gegenstand des Business Reengineering sind also
ausdrücklich Unternehmensprozesse und nicht Abteilungen. Es liegt daher nahe am Anfang
erst einmal die Tätigkeiten einer Unternehmung aus der Ferne zu betrachten, und die
elementaren Unternehmensprozesse (Haupt- oder Kernprozesse), also die ureigenen
geschäftlichen Aktivitäten herauszufiltern und zu definieren.
Dabei untersucht man verschiedene
Geschäftsbereiche, und stellt sich dabei die Frage: Warum machen wir das überhaupt?
Folgende Punkte können bei der Identifikation von
Kernprozessen eine wichtige Hilfe sein:
- Bestimmung der Erwartungen von Kunden an die
Leistungen des Unternehmens
- Bestimmung der vom Kunden gewünschten
Wertschöpfung
- Bestimmung der Kernkompetenzen des Unternehmens
- Bestimmung der Haupttätigkeiten, die zu der vom
Kunden gewünschten Wertschöpfung beitragen
- Bestimmung der Haupttätigkeiten, die den
Kernkompetenzen Rechnung tragen
Die Identifikation von Prozessen ist meist nicht
ganz einfach, da diese durch die Organisationsstrukturen fragmentiert und versteckt sind.
Meist wird zu deren Auffindung und Definition ein Work-Shop gebildet, in dem verschiedene
Entscheidungsträger unterschiedlicher Hierarchieebenen zusammenkommen.
2.2.2 Auswahl von Prozessen für Reengineering
Sind die Prozesse dann identifiziert und
festgehalten, empfiehlt es sich, zu bestimmen, welche Prozesse neu gestaltet werden
sollen, beziehungsweise in welcher Reihenfolge die Prozesse neu gestaltet werden sollten.
Aufgrund der vehementen destabilisierenden Wirkung von Process Reengineering ist es nicht
ratsam, alle Vorgänge neu zu gestalten, da dies ausweglos ins Chaos führen kann.
Die Frage der Prozeßpriorisierung ist nach Ansicht
Michael Hammers keineswegs ein trivialer Teil des Redesign-Vorhabens.
Bei der Auswahl können unter anderem folgende
Fragen eine Rolle spielen:
- Welche Prozesse sind dysfunktional, das heißt, welche Prozesse
sind "krank"?
- Welche Prozesse haben die stärkste Auswirkung auf externe Kunden?
- Bei welchen Prozessen ist die Machbarkeit eines Redesigns am
größten, das heißt,
- welcher Prozess-Redesign hat die größten Erfolgschancen?
2.2.3 Verstehen der Unternehmensprozesse
Wenn schließlich ein Prozeß für das
Reengineering ausgewählt wurde, gilt es nun den existierenden Prozeß in allen
Einzelheiten verstehen zu lernen und herauszufinden, wie er funktioniert und welche
Aspekte ihn maßgeblich beeinflussen. Dabei geht es wirklich nur um das Verstehen des
Prozesses. Die entscheidenden Fragen sind: "was?" und "warum?, nicht:
"wie?". Eine Analyse wird ausdrücklich nicht vorgenommen. Der Prozeß soll ja
nicht verbessert, sondern durch einen neuen Prozeß ersetzt werden.
Der beste Ansatzpunkt um einen Prozeß zu verstehen
ist laut Michael Hammer wie schon bei der Identifikation der Kunde. Um die kritischen
Momente in einem Prozeß verstehen zu können, sollte man sich fragen, wo die Bedürfnisse
der Prozeßkunden liegen, und wo die Probleme des Prozeßkunden liegen. Außerdem sollte
analysiert werden wofür der Kunde den eigenen Prozeß-Output verwendet. Da es das
übergeordnete Ziel des Redesigns ist, eine bessere Abstimmung mit den Kundenwünschen zu
erreichen, muß das Reengeineering-Team diese Wünsche sehr genau kennen.
Prozeßverständnis bedeutet, die zugrundeliegenden
Ziele und Probleme des Kunden zu kennen, und nicht nur die Mechanismen des Prozesses zu
betrachten. Um den Zielen und Problemen der Prozeßkunden auf den Grund zu kommen, rät es
sich, diese zu beobachten oder am Prozeß des Kunden zeitweise mitzuarbeiten.
Nur wenn man den Vorgang des Kunden besser kennt als
dieser selbst, kann man Lösungen finden, die mehr zum Ziel haben als nur den üblichen
Wunsch zu erfüllen, das Bestehende schneller, besser oder billiger zu machen.
2.2.4 Redesign von Prozessen
Durch Befragung der Prozeßkunden kommt man
meist nicht zu Denkansätzen, die vom Bestehenden gelöst sind, da hier meist nur an das
Naheliegende gedacht wird. Diese Denkweise wird als deduktives Denken bezeichnet.
Deduktives Denken Bedeutet, Probleme zu definieren, zu analysieren, verschiedene
Lösungsansätze zu bewerten und eine adäquate Lösung zu bestimmen.
Für Business Reengineering muß allerdings jeder
konkrete Bezug zu bestehenden Vorgängen, zu bestehenden Annahmen, Leitsätzen und Regeln
aufgegeben werden.
Von diesen Dingen gelöst, muß das Reengineering
Team anfangen induktiv zu
denken. Darunter versteht man eine komplett
konträre Denkweise. Induktiv Denken bedeutet, losgelöst von allen bisherigen Vorgaben
und Annahmen eine überzeugende Lösung zu finden, um dann anhand der Lösung
festzustellen, wo eigentlichen Probleme liegen, die im Folgenden gelöst werden können.
Um nicht Gefahr zu laufen im Abstrakten das Konkrete
zu verlieren, möchten wir an dieser Stelle ein Beispiel anführen, durch das vieles
hoffentlich verständlicher wird.
Fallbeispiel Ford Motor Company
In den frühen 80er Jahren versuchte Ford durch
eine Kostensenkung in der Kreditorenbuchhaltung die Gemein- und Verwaltungskosten zu
reduzieren. In der Kreditorenbuchhaltung, die für die Begleichung der Rechnungen, die die
Zulieferer der Firma einreichten, zuständig war, waren zu diesem Zeitpunkt 500
Mitarbeiter beschäftigt. Die Führungsspitze von Ford glaubte, durch den Einsatz von
Computern zur Automatisierung einiger Tätigkeiten Personaleinsparungen von 20 Prozent
erreichen zu können. Damit hätte also die Mitarbeiterzahl auf 400 verringert und somit
die Kosten gesenkt werden können. Das Ziel einer 20-prozentigen Verbesserung hörte sich
ja auch nicht schlecht an. Diese Maßnahme hat jedoch nach unserem Verständnis nichts mit
Business Reengineering zu tun. Man kann hier aber klar das Vorgehen mit deduktiver
Denkweise verdeutlichen.
Diese Einsparung um 20 Prozent erschien dem
Management solange als Erfolg, bis sie zum Vergleich die Kreditorenbuchhaltung der Firma
Mazda betrachteten, an der Ford seit kurzem beteiligt war. Überraschenderweise arbeiteten
bei Mazda gerade einmal fünf Beschäftigte an der Begleichung der Lieferantenrechnungen.
Zwar war Mazda ein kleineres Unternehmen als Ford, jedoch war das Verhältnis 500:5 zu
extrem, um es auf Größenunterschiede, Mitarbeitermotivation oder ähnliches
zurückführen zu können.
Jetzt entschloß sich Ford den gesamten Prozeß neu
zu überdenken, dem die Kreditorenbuchhaltung angehörte. Dies führte bei Ford zu einer
ganz neuen Sichtweise. Da jetzt nicht mehr nur eine Abteilung in Frage gestellt werden
sollte, sondern ein ganzer Prozeß, bewegte man sich bereits in Richtung Business
Reengineering. Der Prozeß der betrachtet werden sollte hieß "Beschaffung".
Input dieses Prozesses war die Bestellung, die eine Ford-Fabrik an einen Lieferanten
aufgab. Output war die Auslieferung der bestellten Teile an die Fabrik, also den
Prozeßkunden. An dem Prozeß waren die Abteilungen Einkauf, Kreditorenbuchhaltung und
Wareneingangsabteilung beteiligt.
Der alte Beschaffungsablauf war folgendermaßen
organisiert:
Die Abteilung Einkauf schickte eine Bestellung zum
Zulieferer. Davon erhielt die Kreditorenbuchhaltung eine Kopie. Beim Eintreffen der Ware
wurde durch einen Mitarbeiter im Eingangswarenlager ein Formular ausgefüllt, in dem alle
enthaltenen Teile aufgeführt wurden. Diese Liste wurde an die Kreditorenbuchhaltung
weitergeleitet, wohin auch der Lieferant parallel dazu seine Rechnung schickte.
In der Kreditorenbuchhaltung mußte jetzt das
Wareneingangsformular mit der Bestellung und der Rechnung verglichen werden. Wenn alle
drei Dokumente die gleichen Posten auswiesen, wurde ein Mitarbeiter angewiesen die
Rechnung zu begleichen.
So umständlich diese Organisation ohnehin schon
war: solange keine Unstimmigkeiten auftauchten, lief zumindest alles geregelt ab. Die
Praxis zeigte allerdings, daß der weitaus größere Teil der Arbeit in der Abteilung
nicht damit verbracht wurde dieser Tätigkeit nachzugehen, sondern sich mit der
Nachvollziehung und Behebung von aufgetauchten Fehlern zu beschäftigen. Die Lösungen von
Problemen, die auftraten sobald Bestellung, Wareneingang und Rechnung nicht deckungsgleich
waren, waren so variantenreich, daß es keinen standardisierten Arbeitsvorgang gab.
Im neuen Prozeß sah die Kreditorenbuchhaltung radikal anders aus.
Der Vorgang stellte sich jetzt wie folgt dar:
Der Einkäufer, der eine Bestellung an einen
Zulieferer aufgibt, gibt den Auftrag gleichzeitig in eine Online-Datenbank ein. Die
Zulieferer senden ihre Ware nach wie vor an das Wareneingangslager. Im Eingangslager
werden mittels der Online Datenbank die aufgegebene Bestellung und die eingegangene Ware
verglichen. Dabei gibt es nur zwei Möglichkeiten für das Vergleichsergebnis: richtig
oder falsch. Stimmt die gelieferte Ware mit dem offenen Auftrag über ein, nimmt der
Wareneingangsmitarbeiter die Ware an, bestätigt dies in der Datenbank und löst damit
sofort die Zahlung des entsprechenden Betrages an den Lieferanten aus. Stimmt die
Lieferung nicht mit der Bestellung überein, verweigert der Lagermitarbeiter die
Warenannahme und schickt sie an den Lieferanten zurück.
Die Arbeit der Kreditorenbuchhaltung hat sich damit
völlig geändert. Es wurden alle bisherigen komplexen und aufwendigen Tätigkeiten wie
Nachforschungsverfahren, Zwischenablage, Wiedervorlage, Handhabung dreier verschiedener
Dokumente usw. eliminiert. Es müssen auch keine Rechnungen mehr kontrolliert werden, es
gab ja keine Rechnungen mehr. Auch die Anweisung der Zahlung ist nicht mehr Aufgabe der
Kreditorenbuchhaltung. Die Kreditorenbuchhaltung ist beinahe überflüssig geworden. Die
Zahl der Beschäftigten in dieser Abteilung beträgt nun nur mehr 125. Diese Mitarbeiter
beschäftigen sich ausschließlich um besondere Ausnahmefälle.
Am Beispiel Ford können im Folgenden verschiedene Gedanken und
Ansätze verdeutlicht werden. Zunächst allerdings zurück zum Thema induktives Denken:
Die Manager bei Ford suchten anfänglich eine
Lösung um den bestehenden Prozeß effektiver zu gestalten und verbessern zu können.
Schließlich gelang es ihnen sich von bestehenden Strukturen zu lösen, und induktiv den
vielleicht optimalen Prozeßablauf zu finden. Nach Erkennung der besten Lösung, wurde
ihnen auch bewußt, wo die Schwächen der alten Abläufe lagen. Es konnten sogar (und das
ist der wesentliche Punkt) Probleme gelöst werden, die vormals nicht als Probleme,
sondern als Vorgaben und Gegebenheiten angesehen wurden.
Beim Business Reengineering ist es, wie schon oft
betont wurde, entscheidend vom Alten loszulassen. Progressives Loslassen führt neben
induktivem Denken auch sehr häufig zu guten Ideen. Mit progressivem Loslassen meine ich
dabei das bewußte und programmatische Hinterfragen aller Regeln, Leitsprüche und
verbreiteten Annahmen als Technik zur Findung neuer Ideen.
Die wichtigsten Annahmen und Regeln, die im Beispiel Ford über Bord
geworfen wurden, sind:
- Zahlungen werden nur aufgrund von Rechnungen veranlaßt
- Eine Rechnung sollte so spät als möglich beglichen werden
- Die Auslösung von Zahlungsvorgängen obliegt der Administration
Das Infragestellen von Annahmen ist nach Michael
Hammer eine sehr wichtige Technik um innerhalb der Redesign-Arbeit die Kreativität des
Reengineering Teams zu stimulieren. Er nannte diese Technik englisch "question
assumptions".
Der "question assumptions"-Technik sehr
nahe, steht eine weitere wichtige Methode beim Reengineering. Sie hat auch mit
Infragestellung zu tun, beschäftigt sich dabei aber schwerpunktmäßig mit
Informationstechnologie. Dabei wird die immense destabilisierende Kraft der modernen
Informationstechnologie benutzt, um auf ihr als Basis neue Lösungen zu finden, und damit
die alten zu verwerfen. Im Beispiel Ford führten schließlich die Möglichkeiten der
Online-Datenbank zur Eröffnung vollständig neuer Wege des Workflows.
Gängige Annahmen auf diesem Bereich, die durch
moderne IT widerlegt werden konnten, und zu erheblichem Fortschritt führten, sind:
- "Nur Experten können komplexe Aufgaben übernehmen"
Durch Expertensysteme, in denen das Fachwissen
von Experten gespeichert und abrufbar ist, steht Laien genügend Information zur
Verfügung, um bestimmte Fragestellungen oder Aufgaben beinahe wie ein Spezialist zu
beantworten. Mit der Unterstützung moderner IT sind also Generalisten in der Lage die
Arbeit vieler Spezialisten zu übernehmen. Ein Beispiel ist die Beantwortung
verschiedenster komplexer Fragen als Ansprechpartner im Kundenservice, auf Basis online
zur Verfügung gestellter Information.
- "Außendienstmitarbeiter benötigen Büros, um
Informationen empfangen, aufbewahren, abrufen und übertragen zu können"
Durch Mobiltelefone und tragbare Computer kann
Information an jedem beliebigen Ort empfangen, verwaltet und versendet werden.
- "Entscheidungen trifft das Management"
Durch Datenbanken, Modellbildungssoftware und
andere Hilfsmittel zur Entscheidungsfindung können Entscheidungen in den Aufgabenbereich
jedes Mitarbeiters gelegt werden.
- "Man muß sich zwischen Zentralisation und
Dezentralisation entscheiden"
Durch Telekommunikationsnetzwerke, wie
Telefonnetz, Internet oder Intranet, können die Vorteile sowohl der Zentralisation als
auch der Dezentralisation ausgenutzt werden. Man kann ohne Probleme dezentral arbeiten,
und die Entscheidungen vor Ort treffen lassen, ohne auf z.B. zentrale Managementkontrollen
verzichten zu müssen.
An diesen Beispielen sieht man schon, daß moderne
Informationstechnologien und deren Anwendungen ganz entscheidende Faktoren beim Business
Reengineering darstellen.
Um neue Denkanstöße und das auf den Kopf stellen
des Smithschen Gedanken geht es auch weiterhin bei vielen Hilfsmitteln für Business
Reengineering. Wie Michael Hammer und James Champy immer wieder in ihrem Buch betonen,
gibt es leider kein Rezept für Business Reengineering in Form eines 10.Punkte Plans oder
ähnlichem, sondern nur Hilfen, Techniken und Denkanstöße.
Aus Erfahrungen von Firmen und Unternehmensberatern
kann man lernen, daß es für den Prozeß am sinnvollsten ist, wenn so wenig Menschen wie
möglich an einem Prozeß arbeiten. Damit soll nicht gesagt sein, daß idealerweise ein
Mitarbeiter zum Beispiel für die gesamte Auftragsabwicklung eines Weltkonzerns zuständig
sein soll, es soll nur gesagt werden, daß im Idealfall ein Beschäftigter ein Werkstück,
eine Information oder eine sonstige Arbeit von Prozeßbeginn bis Prozeßende begleitet und
bearbeitet. Es sollen also Generalisten parallel einen Prozeß als ganzes durchführen.
Als Bezeichnung für diese Generalisten hat sich in der Fachliteratur der Begriff
"Caseworker" gebildet, was wörtlich übersetzt soviel wie
"Fall-Bearbeiter" heißt, und die Funktion im Gegensatz zum
"Sachbearbeiter" recht gut abgrenzt. Ist ein Prozeß für einen Caseworker zu
kompliziert, oder ist es nötig an verschiedenen Orten an einem Prozeß zu arbeiten, so
tritt anstelle des Caseworkers ein Caseteam, das die Arbeitsabläufe in Koordination, dem
Prozeß folgend, erledigt.
Um prozeßverantwortliche Caseworker einsetzen zu
können, muß ein Prozeß konsequenterweise, bzw. als Voraussetzung einfach gestaltet
sein. Sollten bisher nach Taylor die einzelnen Arbeitsschritte so einfach wie nur möglich
gehalten werden, so stellt man heute diese Anforderung an den Gesamtprozeß.
Dabei spielt natürlich die Organisation und das
Ausmaß des dem Prozeß vorstehenden Managements und der Kontrollorgane eine Rolle. Diese
waren ja einer der Gründe, weshalb die funktionelle Struktur so überladen war.
In Bezug auf die mitwirkenden Managementorgane haben
wir ja schon festgestellt, daß durch moderne Informationstechnologien sowohl eine
Entscheidungsfindung in komplexen Fragen in die Hand von "Laien" gelegt werden
können, und daß zum anderen die Vorteile der dezentralen Arbeit ohne Kompromisse genutzt
werden können. Zudem hat sich das Menschenbild seit der Industriellen Revolution
dahingehend geändert, daß man heute von dem Gedanken abgekommen ist, daß die
Beschäftigten unmündig und zu eigenständigem Denken unfähig sind. In Konsequenz dazu
kann viel mehr Verantwortung an die am direkten Prozeßablauf beteiligten Beschäftigten
delegiert werden. Wenn das Management einer Person oder einem Team die Verantwortung für
einen vollständigen Unternehmensprozeß überträgt, müssen diese Mitarbeiter auch
bevollmächtigt sein, die bei der Erfüllung der Aufgaben nötigen Entscheidungen zu
treffen. So wurde es zum Beispiel auch in der Fallstudie Ford gemacht, wo der Lagerist
ermächtigt ist Zahlungsvorgänge anzuweisen. Diese Vorgehensweise ist unter dem Begriff
Empowerment bekannt geworden.
Die Selbstständigkeit von Caseworkern ist für die
Flexibilität und die Geschwindigkeit des Prozesses sehr wichtig. Man bedenke nur wie
bremsend es ist, zum Beispiel auf eine Genehmigung von übergelagerter Stelle zu warten.
Zum Thema Kontrollen wird schlicht ein
wirtschaftlicher Ansatz zu Rate gezogen. Überwachung und Kontrolle sind demnach keine
wertschöpfenden Tätigkeiten im Unternehmen, und werden somit zu lediglich
kostenintensiven Unterprozessen, die auf ein Mindestmaß reduziert werden müssen. Dabei
sollen ganz einfach alle Kontrollen entfallen, deren wertmäßiger Nutzen weit hinter den
Kosten die sie verschlingen zurückbleibt. Anders gesagt: Das Unternehmen soll sich nur
soviel Überwachung leisten, wie es wirtschaftlich sinnvoll ist. Somit wird
prozeßaufgesetztes Management und Überwachung und Kontrolle nicht mehr im üblichen
Maße als notwendig erachtet, wodurch auch die Hierarchien im Unternehmen abgeflacht
werden können.
Genauso wie beim Empowerment, wo es heißt:
"Entscheidungen müssen dort gefällt werden, wo sie anstehen", gilt es im
Business Reengineering, daß die Arbeiten dort ausgeführt werden müssen, wo sie
anstehen. Dies führt nicht nur dazu Tätigkeiten von vormals administrativen Abteilungen
in den Arbeitsbereich von Caseteams zu legen. Dies kann auch heißen, daß die Mitarbeiter
eines Caseteams an unterschiedlichen Orten am selben Prozess arbeiten müssen. Der Prozess
bleibt dabei in einer Gesamtverantwortung..
Durch den Einsatz von Caseworkern und Caseteams und
der damit einhergehenden Auflösung der vertikalen Abteilungen, konnte auch ein weiterer
großer Fortschritt erzielt werden. Die Verständigungs- und Abstimmungsprobleme die durch
die Vielzahl von funktionellen Schnittstellen hervorgerufen wurden, konnten beseitigt
werden. Somit reduzieren sich die Abstimmungsarbeiten, die früher ein großes Maß an
Managementtätigkeiten in Anspruch nahmen, und die an sich ja auch nicht produktiv im
Sinne von wertschöpfend sind, auf ein Mindestmaß. Der Process Flow konnte damit
erheblich verbessert werden.
Auf ein Minimum an Abstimmungsarbeiten muß man beim
Redesign auch bei der Gestaltung der Prozeßschnittstellen (bei der Übergabe des Outputs
an den Prozeßkunden) achten. Wie am Beispiel Ford gesehen, konnten die drei Kontaktpunkte
mit dem Kunden (Bestellung, Wareneingang und Rechnung) auf zwei reduziert werden. Damit
verringerten sich die Fehlerquellen um ein Drittel.
Ein weiterer Vorteil des "structure follows
process"-Gedanken ist die Rückgewinnung der eigentlichen Prozeßreihenfolge. Das
heißt, der Prozeß wird von seiner funktionalen Linearität befreit, die den Ablauf unter
Umständen erheblich verlangsamt hat. Es ist nicht mehr Vorschrift, daß die Arbeitsgänge
hintereinander (meist in verschiedenen Abteilungen) ablaufen, es kann auch möglich sein,
daß manche Prozeßschritte simultan ablaufen können, und dadurch Zeit gewonnen wird.
Es muß natürlich noch erwähnt werde, daß sich
die Caseteams in der Neuen Struktur wesentlich flexibler bewegen können, und somit den
wechselnden Anforderungen besser gewachsen sind, und auch für die Lösung
außerordentlicher Aufgaben bessere Freiräume haben. Es sind meist außerordentliche
Aufgaben, die die Kapazitäten einer "Abteilung" oder eines Prozeßteams
beanspruchen.
Zur Flexibilität trägt auch ein noch nicht
erwähnter Ansatz bei der Planung von Prozessen bei. Ein hervorragendes Mittel zur
Gewährleistung eines schnelleren Work-Flows ist eine Differenzierung des Prozesses, bzw.
die Definition von zwei oder drei Prozessen, etwa für wenig, mittel und sehr komplexe
Inputs in einen Prozeß. Zum Beispiel könnte in einer Gemeinde bei der Bearbeitung von
Bauanträgen zwischen der Vorgehensweise zur Genehmigung eines kleinen Hausanbaus und dem
Verfahren zur Genehmigung der Bebauung von Neuland unterschieden werden. Damit könnte der
Kunde des wenig komplexen Vorgangs schneller bedient werden.
Das Niveau des Services erhöht sich ebenfalls
automatisch mit dem Business Reengineering. Mit der Einführung von durch das Empowerment
gestärkten eigenverantwortlichen Prozeßteams (Caseteams), schuf man sogenannte
"Unternehmer im Unternehmen". Sie arbeiten selbständig und ergebnisorientiert
(nicht mehr aufgabenorientiert) für den Kunden. Ein Caseworker oder ein übergeordneter
Casemanager dient dem Kunden als kompetenter und voll verantwortlicher Ansprechpartner
für den gesamten Prozeß, so daß die Wünsche oder Probleme des Kunden direkt an
entscheidender Stelle angebracht werden können.
2.2.5 Bildung neuer Organisationsstrukturen
Die Organisationsstrukturen ergeben sich direkt
aus den definierten Prozessen und der beschriebenen Arbeitsweisen und Stellenbesetzungen.
Formell treten im Organigramm (falls so etwas noch nötig ist) Projektteams anstelle von
Abteilungen. Die übergeordnete Koordination ergibt sich meist eindeutig aus den
Prozeßschnittstellen.
2.2.6 Neue Wertvorstellungen
Um nach dem Business Reengineering erfolgreich
arbeiten zu können, müssen bei der Umsetzung des Redesigns zwangsläufig auch neue
Grundsätze und Wertvorstellungen vermittelt werden.
So ist es bei aller Ausrichtung der Prozesse auf den
Kunden unabdingbar, daß auch die Mitarbeiter auf den Kunden ausgerichtet denken. Der
Kunde muß sowohl als Auftraggeber und Arbeitgeber, als auch als Brötchengeber angesehen
werden. Nicht der Chef zahlt das Gehalt sondern der Kunde. Deshalb muß alles getan werden
um den Kunden zufriedenzustellen. Im Zuge des Empowerment hat sich die Rolle des Chefs
ohnehin vom Aufseher zum Coach entwickelt, der mit Rat und Tat unterstützend und
moderierend wirkt.
Auch die oft in großen Konzernen verbreitete
Einstellung der einzelne Mitarbeiter sei nur ein winziges Rädchen ohne Bedeutung muß
revidiert und ausgemerzt werden. Vielmehr muß sich der Einzelne als wichtigen
Beitragsleister zum Ganzen sehen und als Mitglied eines Teams verstehen. Dabei ist das
Bewußtsein der Tatsache, daß der Erfolg oder das Scheitern des Teams von jedem Einzelnen
abhängt, besonders wichtig. Die Aufwertung des Einzelnen geschah ja ohnehin
offensichtlich durch das Empowerment, und die Arbeit als Caseworker.
Damit ist schon angedeutet, daß sich mit dem
Business Reengineering mehr geändert hat, als "nur" die Organisationsstruktur
im Unternehmen. Für die Beschäftigten der betroffenen Firma hat sich die gesamte
Arbeitswelt geändert.
Durch die Abschaffung von Routinearbeiten im
herkömmlichen Sinne wird eine Umorientierung vom Spezialistentum hin zu
multidimensionalen Berufsbildern eingeleitet. Durch die Abflachung der Hierarchieebenen
stellt sich auch die Frage des Berufsaufstiegs neu. Die Stellung im Unternehmen kann nicht
mehr durch das einfache Abzählen der Untergebenen definiert werden. Man muß neue
Aufstiegsmöglichkeiten suchen. Auch die Umgestaltung der Tätigkeiten wirft einige
weitere ungelöste Probleme auf. Es gilt jetzt neue Arbeitsplatzbewertungssysteme zu
finden, und die Löhne und Gehälter gemäß den neuen Anforderungen bzw. dem neuen Wert
der Tätigkeit für das Unternehmen neu festzulegen.
Schulungspläne müssen neu entwickelt werden,
genauso wie ein Katalog mit Anforderungen und Tätigkeiten an einem bestimmten
Arbeitsplatz, um der Personalabteilung Anhaltspunkte für die Rekrutierung neuer
Mitarbeiter zu geben.
Es ist also ein gewaltiger Umbruch, der beim
Business Reengineering in einem Unternehmen stattfindet. Dieser Umbruch muß von allen
Beschäftigten unterstützt und getragen werden, sonst ist er von vornherein zum Scheitern
verurteilt.
Die Überzeugungsarbeit, die das Top-Management vor und während des
Business Reengineering zu leisten hat ist immens. Um so schwieriger wird diese Aufgabe
natürlich, wenn vorauszusehen ist, daß das Redesign Arbeitsplätze gefährdet. Und dies
ist sehr oft der Fall, obwohl es keinesfalls das Ziel des Redesigns ist. Business
Reengineering ohne die Bereitschaft Opfer zu bringen ist von vornherein zum Scheitern
verurteilt. So meinen es jedenfalls Hammer und Champy. |